Firmenchronik der Firma Weiler, Anstreicher-Malerbetrieb

Erstellt von Edmund Weiler, Enkel des Mit - Firmengründers Johann Weiler, aus Erinnerung und mündlicher Überlieferung seines Vaters Aloysius Weiler.

Großvater Johann Weiler II und Bruder Josef Weiler gründeten um 1895 ihren ersten Anstreicherbetrieb in Beltheim. Am 01. Mai 1898 wurde ihr Betrieb bei der Handwerkskammer in Koblenz eingetragen. Dies gilt als erster beurkundeter Nachweis für den Anstreicherbetrieb Weiler.

Zu dieser Zeit wurde das Anstreichen noch als Nebenerwerb zur Landwirtschaft von den beiden Brüdern betrieben ohne weitere Beschäftigte. Hauptsächlich wurden damals die Decken und Wände der Wohn- und Schlafräumen mit Kalkfarbe gestrichen. Die Wände wurden mit einfachen Schablonen- und Walzenmustern durch Wickel- und Sprenkeltechnik gestaltet. Durch Hinzugabe von Milch wurde früher die Festigkeit der Kalkfarbe auf der Wand verbessert. Auch die Farben für die Schablonen - und Walzenmuster wurden auf diese Weise angerührt. Tapeten waren damals nur in den besser gestellten Häusern üblich. In den weniger wohlhabenden Wohnungen wurden die Räume nur mit Kalk und mit etwas blauer Farbe geweißt. Ein Sockel im Fußbodenbereich in dunkler Farbe verhinderte dort das schnelle Verschmutzen. Die im Hunsrück verbreiteten Fachwerkhäuser wurden ebenfalls renoviert. Die Balken wurden mit Ölfarbe und die Gefächer mit Kalkfarbe gestrichen.

Johann Weiler II heiratete 1903 Katharina Währen aus Liesenich. Fünf von ihren 12 Kindern (Josef, Aloysius, Jakob, Wilhelm und Hermann erlernten später den Beruf des Anstreichers im elterlichen Betrieb und arbeiteten dort mit.
Zu dieser Zeit waren Tapeten schon häufiger anzutreffen. Anstelle einer Werkstatt gab es damals nur einen Lagerraum im landwirtschaftlichen Betrieb. Die Anstreicherarbeiten wurden in Beltheim und in umliegenden Dörfern ausgeführt, die dann überwiegend vor der Kirmes erledigt sein sollten. Die Entfernungen zwischen den Dörfern wurden erst zu Fuß und später mit dem Fahrrad zurückgelegt.

2 Söhne, Josef und Jakob, zogen nach ihrer Heirat schon vor dem zweiten Weltkrieg nach Köln und verdienten dort den Unterhalt für ihre Familien.
Die Söhne Jakob, Wilhelm und Hermann sind im zweiten Weltkrieg gefallen.

Einer der fünf Söhne, Aloys Weiler, heiratete 1932 Helena Pies aus Sabershausen und führte von dort aus die Anstreicherarbeiten aus. In den dreißiger Jahren, als der Wohlstand etwas gestiegen war, kamen Tapeten mehr in Mode und wurden damals mit Roggenkleister verklebt. Es wurden auch schon moderne Arbeitsgeräte angeschafft, wie z. B. eine Handpumpe mit Druckkessel zum Verspritzen der Schablonenfarbe. Der Betrieb musste leider während des zweiten Weltkrieges ruhen, da die Söhne nacheinander zur Wehrmacht eingezogen wurden.

3 Söhne von Aloys und Helena Weiler erlernten ab 1950 ebenfalls den Beruf des Malers, wie die Berufsbezeichnung damals genannt wurde. Sohn Edmund lernte in Alken an der Mosel, Sohn Heinz in Lieg und Sohn Hermann, der jüngste, bei Bruder Edmund.
Edmund legte während seiner Gesellenzeit in Ratingen 1958 die Meisterprüfung im Malerhandwerk vor der Handwerkskammer Düsseldorf ab. Er machte sich am 1. März 1959 in Sabershausen selbständig. Vater Aloys und Bruder Heinz arbeiteten dort mit. Es wurden auch Lehrlinge ausgebildet und weitere Gesellen beschäftigt. Für den Transport der Werkzeuge und Materialien wurde ein Opel - Kombi angeschafft, später ein zweites Auto dazu. Anfangs wurden überwiegend in Sabershausen und umliegenden Dörfern gearbeitet, in späteren Jahren auch bis zu 150 km Entfernung.
1962 heiratete Edmund Weiler Helga Pauly aus Mörsdorf. 1962 wurde mit dem Bau eines neuen Wohnhauses begonnen und vor Weihnachten 1963 bezogen.
1974 wurde ein separates Lager- und Garagengebäude neben dem Wohnhaus errichtet.
Edmund Weiler mit Gesellenstück

Edmund und Helga bekamen zwei Söhne und zwei Töchter. Der älteste Sohn Jürgen erlernt ebenfalls das Maler- und Lackierhandwerk. Jürgen besuchte 1993 die Meisterschule in Kaiserslautern und legte dort erfolgreich die Meisterprüfung ab.
Gleichzeitig machte er auch den Betriebswirt des Handwerks bei der Handwerkskammer in Koblenz.
Edmund erreichte 1998 das Rentenalter und übertrug 1998 seinen Malerbetrieb an Sohn Jürgen, der ihn bis heute erfolgreich weiterführt.
Jürgen baute an das bestehende Betriebsgebäude noch eine größere Lagerhalle an.
Am 1. Mai 1998 konnten wir die 100jährige Betriebsgründung feiern. Anlässlich dieser Feier wurde auch die neue Halle eingeweiht
Jürgen Weiler ist der jetzige Betriebsinhaber in der vierten Generation. Er heiratete 1994 Astrid Jung aus Brohl. Sie haben einen Sohn und zwei Töchter,

Ich hoffe, dass sich die wirtschaftliche Entwicklung weiterhin positiv entwickelt, zum Wohle des Malerbetriebs Jürgen Weiler und seiner Familie.